Viele Windows-Benutzer investieren sehr wenig bis gar keine Zeit um ihren Computer
ordnungsgemäß von Schädlingen aller Art zu schützen.
Ich möchte in diesem Beitrag einige Punkte erwähnen, mit denen man seinen Windows Rechner kostenlos vor jeglichen Gefahren absichern kann.
Ich werde auf Punkte wie Virenschutz, Firewall, Updates, Verschlüsselung, Phishing und auch kurz auf Backups eingehen.
Eine ordentlich Antiviren-Software gegen Viren, Würmer und Trojaner muss nicht immer Kosten mit sich bringen.
Ich persönlich setze auf meinen Rechnern die kostenlosen Microsoft Security Essentials ein. Auch sehr empfehlenswert ist Avast!Free Antivirus, darüber habe ich hier ja auch schon bereits geschrieben.
Die Antiviren-Software sollte täglich aktualisiert werden, sodass auch neuartige Viren gefunden werden können. Weiterhin ist ein, beispielsweise wöchentlich geplanter Prüfvorgang sehr wichtig.
Neben der in den meisten Routern eingebauten Firewall empfehle ich eine Software-Firewall auf den Clients.
Windows bringt von Haus aus bereits die Windows-Firewall mit sich, welche meiner Meinung nach aber erst ab Windows 7 zu gebrauchen ist.
Wer noch mit XP oder auch Vista arbeitet sollte sich die kostenlose ZoneAlarm Firewall anschauen.
Im Extremfall kann man sich hier auch eine meist nicht ganz so günstige Hardware-Firewall zulegen. Für “normale” Home-Benutzer reicht eine Software-Firewall jedoch.
Windows selber bringt eine Update-Funktion mit sich, welche man aktivieren sollte.
So werden automatisch Updates für Windows heruntergeladen und – auf Wunsch – auch gleich installiert.
In der heutigen Welt benötigt man immer mehr Logins für soziale Netzwerke, oder auch E-Mail Accounts und Foren.
Sehr wichtig ist, dass man dabei NIE gleiche Passwörter für mehrere Dienste verwendet. Jeder Account sollte ein eigenes Passwort haben.
Damit man sich an diesen Grundsatz halten kann, empfiehlt sich ein Passwortverwaltungs-Programm wie KeePass, über das ich ja bereits öfters geschrieben habe.
Mit KeePass kann man all seine Passwörter mit einem Master-Passwort und/oder einem Key-File schützen.
Zudem ist ein Passwort-Generator integriert, mit dem man sich sichere Passwörter generieren lassen kann.
Wenn man private, oder sogar sensible Dateien auf dem PC hat, sollte man diese ordnungsgemäß verschlüsseln.
Beispielsweise kann man dies mit der Open-Source TrueCrypt machen.
Neben der Möglichkeit, dass man einzelne Ordner verschlüsselt, kann man ganze Partitionen oder sogar auch die ganze Festplatte verschlüsseln, was für Notebooks/Netbooks sehr interessant ist.
Eine Festplatte kann von einem auf den anderen Tag kaputt gehen, sodass die Daten darauf “unleserlich” werden.
Darum ist es sinnvoll, dass man wichtige Daten wie Dokumente, Filme oder auch Musik zusätzlich auf andere Festplatten sichert.
Hierzu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: Online-Backup, Zweite Festplatte, Externe Festplatte oder auch ein NAS / Server.
Unter Windows 7 ist auch hier bereits eine schöne Funktion mit den Namen “Sichern und Wiederherstellen” dabei.
Alternativ gibt es viele kostenlose Programme, mit denen man Backups erstellen kann. Einige Beispielprogramme sind Duplicati oder CloneZilla.
Viele Viren oder andere Schädlinge fängt man sich zudem beim Surfen auf unseriösen Webseiten ein.
Mit dem Browser-Addon WOT kann man sich dagegen schützen. Immer wenn man eine Seite besuchen möchte, die als gefährlich eingestuft wurde, wird man gewarnt.
Falls man sich dennoch – aus welchem Grund auch immer – auf unseriösen Seiten bewegen muss, empfiehlt es sich das Ganze in einer virtuellen Maschine zu erledigen. Mit dem VMware Player kann man sich beispielsweise einen “virtuellen Surf PC” erstellen.
Auch beim Senden und Empfangen von E-Mails kann man sich mit einfachen Mitteln vor böser Software und auch Passwort-Klau schützen:
- Verschlüsselte Verbindung verwenden.
- Anhänge von fremden Personen nicht öffnen.
- Links in Mails von fremden Personen meiden. Schon gar nicht, wenn man aufgefordert wird ein Passwort auf der Webseite dahinter einzugeben (Phishing-Gefahr).
- Mails mit komischem Inhalt wie (“Du hast eine Reise gewonnen”) generell ignorieren, wenn sie unseriös ausschauen.
Ich hoffe, dass ich einigen von euch mit diesem Artikel klar machen konnte, dass man seinen Windows-Rechner ganz ohne Kosten sehr gut vor Schädlingen und anderen Manipulationen schützen kann.
Ganz nach: “Gute Produkte sind nicht immer mit hohen Kosten verbunden!”

Sehr guter Artikel, einzig bei der Firewall habe ich eine (kleine) Anmerkung:
Die Windows 7-Firewall ist mit der von Vista weitgehend identisch, und bei beiden Betriebssystemen ist sie auch die sicherste Wahl. Mit einem Zusatzprogramm wie Zonealarm holt man sich nur eine weitere potentielle Fehlerquelle ins Haus, die vielleicht sogar unsicherer ist, als die eingebaute Firewall.
Wem die Vista und Win7-Firewall zu umständlich zu konfigurieren ist, kann ja Vista Firewall Control nutzen:
http://www.sphinx-soft.com/Vista/
(natürlich auch für Windows 7)
Zu bedenken gebe ich noch, dass eingehende Verbindungen durch NAT im Router ausreichend blockiert werden.
@Herbert:
Vielen Dank für deinen Input!
Bezüglich dem Thema Software-Firewall Ja/Nein streiten sich die Geister, da gibt es diverse Meinungen.
Bezüglich Vista/7 Firewall: Zumindest hat sich die Oberfläche der Windows-Firewall unter Windows 7 aber auf jeden Fall nochmals verbessert.
Wie es dahinter ausschaut kann ich nicht beurteilen, hast du da eventuell gerade einen Link zu einem Artikel, der das beschreibt?
Alle angesprochene Punkte sind für mich wichtig. Zum Thema Virenscanner kann ich deine Empfehlung Microsoft Security Essentials nicht teilen. Mein kurzer Test war nicht positiv. Meiner Meinung nach verbrät diese Software zuviel Ressourcen und auch die Updates lassen zu wünschen. Ich selbst habe in den letzten Wochen mit Trend Micro Internet Security eine angenehme Überraschung erfahren. Diese Security-Suite bemerkt man gar nicht und braucht fast keine Ressourcen. Sogar die Firewall dieser Software nervt gar nicht. Dafür zahle ich auch mal 30 Euronen für 3 Lizenzen!
@Horst:
Ich habe die Security Essentials nun auf drei Windows Clients bei mir installiert und kann jeweils keine Performance-Unterschiede feststellen.
Aber anscheinend bist du da nicht alleine:
http://www.techspread.de/1963/test-microsoft-security-essent.….ials
Komischerweise funktioniert Security Essentials bei einigen sehr gut und bei anderen nur sehr langsam.
Schöner Artikel und zu MSE kann ich nur sagen, ich finds gut, als Ergänzung. Ich nutze es zusätzlich zu meiner «richtigen» Antiviren Software (http://boehrsi.epic-webmedia.com/index.php?news=review_-_a-s.….alware,426 — mittlerweile ist auch Version 5 mit vollem 64 Bit Support da) und scanne jede Woche mal wieder und mit den Updates naja kommen keine täglichen wie bei anderen aber es ist doch «ausreichend» würde ich sagen.
Ein Tipp wäre vielleicht noch gut allgemein die Sicherheit im Bezug auf Nutzung von Netzwerken, zum einen das Heimnetz mit WLan richtig schützen oder wenn man öfters in anderen Netzwerken ist (z.B. Uni oder ähnliches) für diese Netzwerke extra Einstellungen mit höherer Sicherheit (z.B. Netzwerkkennung allgemein aus oder so).
mfg Boehrsi
Wer Virentechnisch völlig auf Nummer Sicher gehen will, kann als Ergänzung zum normalen Virenscanner auch noch Threatfire installieren, gegen unbekannte Schädlinge.
http://www.threatfire.com/
@Boehrsi:
Das mit der Netzwerkerkennung sollte man auch beachten, richtig!
Windows 7 macht das ja standardmässig gleich schon recht gut mit den verschiedenen Netzwerktypen (Privat, Arbeit, Öffentlich, …).
@Herbert
Ich habe mir einmal ThreatFire angeschaut.
Sieht sehr interessant aus. Bei mir hat er schon eine Meldung zur Konfiguartion der Windows Firewall, da ich sie nicht aktiviert hatte.
Ich werde das Programm einmal eine Weile testen und schauen wie ich mit ihm zurecht komme.
Wer interesse hat, kann sich hier nützliche Informationen holen.
http://www.threatfire.com/de/tutorial/?lang=de
@Thomas
ThreatFire wird zumindest in der c’t ständig lobend erwähnt.
Zum Antiviren-Scan:
Ich würde glatt empfehlen, hier einmal ins Portmonee zu greifen und sich einen ordentlichen Virenscanner zu kaufen.
Kaspersky zum Beispiel hat ein in meinen Augen gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis.
Ich selber habe Norton360 und bin damit mehr als zufrieden.
(Lediglich ein von mir programmiertes Programm in Visual Basic glaubte es, als Schadprogramm zu erkennen und in Quarantäne zu verschieben. :D )
@Tarik:
Was findest du an Avast oder auch Microsoft Security Essentials denn nicht ordentlich? :)
@Tarik
Das mit der Erkennung als Trojaner ist bei mir auch passiert. Ich habe eine Verbindung zu einer Excel-Tabelle in vb.net gemacht. Keine Ahnung wieso das auf einmal ein Trojaner sein soll :D
Schaut doch recht ordentlich aus deine Zusammenstellung…Alternativ einen Mac kaufen :)