Wer zuhause noch einen alten PC hat oder sich einfach selber sein eigenes NAS bauen möchte sollte sich das Open Source Linux-Betriebssystem FreeNAS anschauen.
Mit FreeNAS kann man sich sein NAS genau so einrichten wie man möchte. Es gibt beispielsweise sehr viele unterschiedliche Dienste wie CIFS, FTP, SSH, Rsync, BitTorrent usw. die man verwenden kann.
Spannend auch die AD-Integration und für den Enterprise Einsatz auch das ZFS Dateisystem.
Die Installation von FreeNAS ist innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Am Besten macht man sich aber davor Gedanken, wie gross die Disk bzw. Partition für das Betriebssystem sein soll. Nach meinen Erkenntnissen reichen hier 1–5 GB locker aus.
Ebenfalls sollte man sich Überlegen wie man FreeNAS ins eigene Netzwerk einbinden möchte. Statisches DHCP oder gleich fixe IP-Adresse.
Die Konfiguration selber macht man am Besten über das integrierte Webinterface, welches man mit der NAS-IP im Browser aufrufen kann.
Hinweis: Standard User/Passwort = admin/freenas
Die Weboberfläche ist dann sehr übersichtlich in die einzelnen Teilpunkte System, Netzwerk, Festplatten, Dienste, Zugriff, Status, Diagnose und Erweitert unterteilt.
In den nächsten Schritten formatiert man dann die einzelnen Festplatten und hängt sie anschließend im Dateisystem ein.
Danach kommt noch das Erstellen der einzelnen Benutzer und auch das Einrichten der verschiedenen Dienste wie etwa CIFS-Freigaben, FTP, NFS, Rsync, BitTorrent, oder was man dann auch immer verwenden möchte.
Die Einrichtung der einzelnen Dienste ist dann auch jeweils sehr gut erklärt. Natürlich muss man jedoch die nötigen Kenntnisse für den jeweiligen Dienst besitzen, da es sonst relativ schwer werden könnte ![]()
Hier am Beispiel CIFS/SMB Freigaben, welches bestimmt eines der meistgebrauchten Protokolle ist. Damit könnt ihr die Freigaben dann auch im Windows-Explorer einbinden.
Von den verschiedenen Funktionen her finde ich FreeNAS einfach unschlagbar. Selbst für den Enterprise-Benutzer ist das Passende dabei.
Natürlich sollte man bei der Einrichtung einige Linux-Kenntnisse bzw. allgemein gute Informatik-Kenntnisse mit sich bringen, wenn man etwas Anständiges auch z.B. mit RAID und Co. aufbauen möchte.
Ich selber habe mir gerade auf einer virtuellen Maschine als Ablage für Filme und auch Software eingerichtet, da mein aktuelles Synology NAS (DS108j) leider einen sehr schlechten Netzwerkdurchsatz hat.
Benutzt jemand von euch FreeNAS oder ein anderes Linux als (Home-)Server?


Vielen Dank für die Anleitung. Ich habe einen alten PC umgebastelt zum Home-Server unter Opensuse. Samba ist für die Dateienfreigabe zuständig und Mediatomb dient mir als Streamingserver um Filme auf die PS3 oder andere Geräte zu übertragen. Werde mir aber mal Freenas anschauen.
Bezüglich Streaming: Kennst du hier eventuell auch ein anständiges Streaming-Programm für Windows?
Welche Anforderungen? Unter Windows verwende ich nur den PS3 Media Server um Filme an die PS3 zu senden. Weiß nicht ob auch andere Geräte damit funktionieren. Habe mich zusätzlich mal an dem Media Player versucht, aber frustiert fallen gelassen. :)
Mit dem Windows Media Player habe ich es auch versucht. Aber der ist überhaupt nicht benutzerfreundlich. Habe auf Twitter nun tversity als Tipp bekommen. Sieht ganz nett aus. Werde darüber bloggen :)
Jeff, hey da kann ich was beitragen:
Bin von tversity auf den PS3 Media Server umgestiegen. Der PMS ist um einiges besser, da das Streamen von FullHD (mkv) sehr effektiv und zuverlässig ist. Von wasweißich wie vielen Dateien, konnten glaub ich nur 2 oder 3 komplett nicht abgespielt werden und bei einer war kein Ton.
Außerdem kann man damit auch DVDs (Image und/oder VIDEO_TS möglich) streamen.
Tversity lief bei weitem nicht so toll, kann ich dementsprechend eher abraten ;)
ich nutze hier (noch) ein altes eeepc mit FreeNas und bin soweit zufrieden, werde aber trotzdem zu einem LinkSys aufrüsten (weil ich dort ein TB Raid aufbauen kann).
Wenn ich es eines Tages schaffen sollte, dort FreeNas zum laufen zu bekommen — wäre toll — weil dies meinen Ansprüchen tatsächlich noch besser gerecht wird.
Von Windows als Streaming Server kann ich nur abraten…
Witzig, habe heute auch eine Testinstallation von FreeNAS gemacht. Werde morgen auch weitermachen, aber ich bin schon fast zu der Überzeugung gekommen, dass es keine gute Entscheidung ist, mit alter Hardware und FreeNAS eine Appliance zu bauen.
Das ganze liegt nicht an FreeNAS, sondern an den alten Kisten, für die «stromsparend» ein Fremdwort ist. Habe es mit einem Dell GX520 testinstalliert; das Ding zieht im Leerlauf stolze 100W. Aber mein Test geht morgen weiter, ich wollte mir trotzdem FreeNAS weiter ansehen…
Da ich noch nie ein NAS im Einsatz hatte, finde ich FreeNAS — dank deiner Anleitung, einen Test wert. DANKE für den Tipp und die Anleitung! Mein nächstes freie Wochenende (mit viel Regen) ist also gesichert ;)
@Michael: genau der Stromverbrauch der alten Kisten ist für mich das Totschlag-Argument. Ich habe zu Hause mindestens fünf alte PCs arbeitslos herumstehen von denen ich einen zum NAS umrüsten wollte. Allerdings hatte ich nach etlichen Experimenten (div. Linux-Server, NSLU usw.) die Schnauze voll von Bastellösungen (und der eingangs erwähnte Stromverbrauch störte ebenfalls). Aktuelle Lösung: ein Gigabit-Router, der eh 24/7 läuft und daran hängt eine 1,5 TB-Festplatte. Gibt zwar keine ausgefeilte Rechteverwaltung aber das benötige ich im Heimnetz mit 8 Clients auch nicht wirklich. Nachteil: die Kombi bietet keine Streaming-Dienste an — aber dafür gibt’s dann irgendwann mal einen Poppy oder eine WD-TV HD-live…
Das mit dem Stromverbrauch ist meist das Problem, wenn man einen normalen Computer als File-Server benutzen möchte. Dafür eignet sich spezielle Hardware, die wenig Strom benötigt doch schon eher.
@maTTes:
Danke für den Tipp zum PMS! Den werde ich mir gleich auch mal anschauen. Bei TVersity habe ich das Problem, dass der Zugriff im Netzwerk trotz Firewall-Regel und Co. nicht funktioniert. Liegt eventuell an Windows 7 64-Bit.
@Martin:
Eine Popcorn Hour habe ich mir gerade vor einigen Wochen zugelegt. Ist schon was feines :)
Als NAS Lösung im Heimbereich geht bei mir immer noch nichts über Unraid, die Datensicherheit in Verbindung mit der Flexibilität ist einfach unerreichtL Loht sich halt allerdings nur wenn man einen Filer grösser 1–2 TB aufbauen will!
@Marco: Das hört sich nach einer Enterprise Lösung an. Ist «Unraid» eine RAID-Variante oder auch ein NAS-Hersteller?
Das ist keine Enterprise Lösung, die Software selbst kostet zwar ein paar Euro ist aber mit bis zu 3 HDDS kostenlos eim Einsatz. Das geniale ist die Redundanz, die Du durch eine zusätzliche «Parity* Platte erreichst. Du kannst so jegliche HDDs in das «UNRAID» integrieren und bist lediglich Limitiert durch die Ports auf deinem Board. Beim Ausfall einer Platte können die Daten mit Hilfe der Parity Platte wiederhergestellt werden. Im Fall das 2 Platten nicht mehr verfügbar sind, kommst Du immer noch sauber an die anderen Daten ran, da jede einzelne Platte ganz normal mit einem LinuxFilesystem formatiert ist. Meinen Filer habe ich gerade mal wieder erweitert, das Ding läuft nun problemlos mit über 12 HDDs…
Für alle Neugierigen : http://lime-technology.com/wiki/index.php?title=FAQ
@Marco:
Das hört sich sehr interessant an. Muss ich mir dann mal genauer anschauen, wenn ich wieder neuen Speicher benötigte :)
Ein schöner Artikel über FreeNAS, ich setze es selbst seit einigen Monaten ein, und ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht.
Allerdings halte ich die Formulierung «ZFS ist etwas für den Enterprise-Einsatz» (sinngemäß) nicht für ganz glücklich, denn wenn es um Datensicherheit (im Sinne von Ausfallsicherheit) geht, gibt es keinen Unterschied zwischen einem Unternehmen und einem Privatanwender. Die Formulierung suggeriert aber, daß ZFS für den Privatanwender nicht relevant wäre, aber das halte ich für falsch, denn beide haben Daten, deren Verlust sehr schmerzlich wäre.
Es ist bei FreeNAS nur so, daß es insgesamt recht wenig eigene Dokumentation gibt, und man beim Thema «ZFS» besser auf die Doku von Sun zurückgreift, welche im Übrigen ganz ausgezeichnet und leicht verständlich ist.
Will man nur ein einfaches NAS mit einer einzelnen Festplatte einsetzen, dann braucht man ZFS nicht unbedingt (obwohl ich es selbst dabei verwenden würde), aber sobald es um Mirroring oder Raid geht, wäre man mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man nicht ZFS einsetzen würde.
Derzeit läuft hier ein Raid-Z1 mit 3x1TB, welches ich demnächst zum Raid-Z2 mit 6x1TB umbauen werde. Ich habe auch schon einen Plattendefekt gehabt, welcher dank ZFS keinerlei Auswirkungen auf den Datenbestand hatte. Die defekte Platte wurde ausgetauscht, und in weniger als einer Stunde war die Einbindung und der Reorganisationsprozeß abgeschlossen. Dabei konnte ich mit dem NAS ganz normal weiterarbeiten. Das wäre mit einem klassischen Raid-System überhaupt nicht denkbar gewesen.
Aber es geht noch weiter, denn auch ein NAS braucht eine Backup-Möglichkeit. Dabei lernt man dann Befehle wie «zfs send/receive» sehr zu schätzen, und man sitzt mit offenen Mund da, wenn man sieht, wie verflixt schnell sich die Daten auf einmal im Netzwerk bewegen können ;-)
Um noch mal auf das «Enterprise-Argument» zurückzukommen: Ich habe hier zehntausende von Fotos, welche ich möglichst sicher aufbewahren möchte, Dazu kommen jetzt auch noch haufenweise HD-Videos, die viel Platz brauchen. Von externen Festplatten halte ich recht wenig, weil sie mir zu unzuverlässig sind. Mit FreeNAS und ZFS sehe ich hier eine Möglichkeit, meinen Datenbestand über die nächsten Jahre einigermaßen sicher aufzubewahren.
Ich habe das System in den letzten Monaten recht heftig auf Stabilität getestet, und ich glaube nicht, daß es derzeit etwas Vergleichbares in diesem Segment für den Privatanwender gibt.
Das einzige Manko an FreeNAS ist die nur rudimentär vorhandene Dokumentation. Es ist z.B. am Anfang nicht so leicht zu erkennen, welche der verschiedenen Installationsmethoden eigentlich die Ideale ist (meiner Meinung nach ist es eine «embedded» Installation auf einem USB-Stick). Man muß sich alles recht mühsam zusammensuchen, aber dafür hat man am Ende ein sehr zuverlässiges NAS-System stehen.
Ich möchte es nicht mehr missen.
Eine Frage an alle die bereits Erfahrung mit einem Eigenbau-NAS haben: Was für Hardware verwendet ihr für das NAS?
Als kleine NAS die auch nur für diesen Zweck genutzt wird würde ich zu einem Atom greifen, bisser Speicher rein und fertig ist die Laube. Möchtest Du ein wenig mehr Ausbauflexibilität haben dann eher einen kleinen Stromsparenden älteren CoreDuo oder was in die Richtung mit einem entsprechenden Board, so hab ich in meinem Filer im mom einen E4300 auf einem Board mit 2 PCIX Steckplätzen und 2 8 Port Controllern, da ist dann Luft nach oben … brauch zwar wesentlich mehr Strom als ein Atom aber läuft auch nicht 24/7 sondern via WOL nur nach Bedarf. Ist halt immer ein Kompromiss zwischen Leistung, Kosten und Möglichkeiten.
hallo
bei pofacs.de wurde auch mal über einen heimserver berichtet und da wurde ein anthlonII x2 empfohlen der nur 45watt zieht. auch unter anderem weil man mit den billigen amds auch ecc-ram verwenden kann ‚was beim atom oder vielen intel-cpus nicht möglich ist (bei niedrigem preis)
beim thema zfs wurde aber auch gesagt das es viel ram braucht?.. man sollte also schon 2gb ram haben… hat hier jemand erfahren mit dem ram-verbrauch von zfs?
Hallo,
danke für den Artikel und auch die vielen sehr hilfreichen Kommentare. Stehe auch kurz davor, meine Ubuntu Linux Box in ein FreeNAS umzuwandeln. Heftigster Umstiegsgrund ist eben grade ZFS. Mir wäre zwar wohler, auf Linux weiter zu arbeiten (FreeNAS ist nämlich kein Linux sondern FreeBSD, was unter der Haube doch leicht anders aussieht!), aber kein anderes System bietet mir Snapshots!
RAID gibt es für jedes System. Bisher setze ich einen 3Ware Controller mit zwei 1TB Platten ein. Das funktioniert gut, vor allem weil der Controller transparent gegenüber dem Betriebssystem arbeitet. Diese onboard Lösungen auf den Mainboards möchte ich gerne als meine persönliche Hölle bezeichnen. Findet mal Treiber für Linux…
Leider ist weder mit Linux noch mit dem 3Ware Controller nichts mit leichtem Aufrüsten. Ein RAID-Z1 und ZFS kann man ja doch im Rahmen des eingerichteten RAIDs durch Austausch der Platten erweitern.
Nicht verachten sollte man auch die zusätzlichen Features von ZFS wie:
– redundantes Schreiben von Blöcken pro logischem Volume
– aktivierbare Komprimierung pro logischem Volume
– Quotas pro logischem Volume
– leichte Verwaltung mit zwei Kommandos: zfs und zpool
…
Zum Speicherbedarf für ZFS werden mind. 512MB vorausgesetzt. Empfohlen werden mehr inkl. 64bit Betriebssystem.
Soviel erstmal dazu. Wenn mein System läuft, schreib ich evtl. noch was dazu.
Snoo
@Snoocor:
Würde mich echt freuen, wenn du dann kurz berichten könntest wie du dein neues System genau konfiguriert hast. Und vor allem, welche Software nun darauf zum Einsatz kommt.
Wie es scheint hast du in dem Bereich RAID bzw. ZFS bereits einige Erfahrungen gesammelt.
hallo..
hab grad gesehen das es ein neues projekt gibt um zfs unter linux zu betreiben.
wie gut es ist weiss ich aber nicht..
http://zfsonlinux.org/
Hi,
zum Thema ZFS noch ein interessanter Artikel von anandtech.com:
http://www.anandtech.com/show/3963/zfs-building-testing-and-.….hmarking/1
Sicherlich wird nicht jeder L2ARC mit einer SSD nutzen können, aber die Funktion von ARC ist immerhin sehr nützlich.