Datenschutz und so: Alle gegen Google!

25.01.2012 | 5 Kommentare | Jeffrey

Oder so in der Art schaut es gerade aus, wenn man die ver­schie­de­nen Bei­träge und vor allem auch Nutzer-Kommentare zu der jüngs­ten Google News bezüg­lich der aktua­li­sier­ten Daten­schutz­be­stim­mun­gen durch­liest. Es geht darum, dass Google in Zukunft — ab dem 1. März — die gesam­mel­ten Nut­zer­da­ten über ver­schie­dene ihrer Pro­dukte hin­weg, sagen wir mal syn­chro­ni­siert und dar­aus Nut­zer­pro­file erstellt.

Die Google Suche weiss also dann bei­spiels­weise, dass du am Sams­tag ins Kino gehst, wenn du das im Google Kalen­der hin­ter­legt hast… und YouTube lie­fert dann direkt den dazu pas­sen­den Trai­ler auf der Start­seite unter den «emp­foh­le­nen beiträgen».

Ich per­sön­lich bin mir bewusst, dass Google diese Daten über mich sam­melt und war eigent­lich auch der Über­zeu­gung, dass Google diese Daten bereits pro­dukt­über­grei­fend ver­wen­det. Nun ist es offi­zi­ell — und wird kommen.

Gut oder schlecht? Das muss — wie bei so man­chem Daten­schutz Thema - jeder für sich ent­schei­den. Ich sehe es aktu­ell eher von der posi­ti­ven Seite. Die ent­spre­chen­den Daten hat Google ja eh schon von mir und kann damit arbei­ten. Durch die Ände­rung bekomme ich nun auch als Benut­zer «das Resul­tat» der kom­bi­nier­ten Daten angezeigt.

Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Diens­ten finde ich es posi­tiv, dass Google klar und trans­pa­rent kom­mu­ni­ziert, dass das so gemacht wird. Schluss­end­lich kann ja jeder für sich ent­schei­den, ob er die Google Dienste nun in Anspruch neh­men möchte oder auch nicht. Die gespei­cher­ten Daten kön­nen ein­ge­se­hen und das Anzeige-Cookie deak­ti­viert oder gelöscht wer­den.

Fol­gend einige State­ments zu der aktu­el­len News aus ver­schie­de­nen News­por­ta­len bzw. kon­kret auch deren Lesern und Kommentatoren.

  • «Es ist ja jedem selbst über­las­sen, google ser­vices zu benutzen»
  • «Jetzt reichts! Google weiss also nun wo ich heute über­all mit mei­nem Handy war, kennt meine gewohn­hei­ten, kann sogar mei­nen Cha­rak­ter herausfinden!»
  • «Google löst US-Geheimdienste ab»
  • «Stört mich über­haupt nicht, ist eigent­lich schon lange bekannt.»
  • «Ich brauch nie­man­den der für mich weiss, dass ich mit «Linux» das Wasch­pul­ver und nicht etwa den Ker­nel meine.»
  • «Um ver­trau­li­che Daten zu teilen Bedarf es eh andere Mittel.…»
  • «Daten­schüt­zer emp­fiehlt Streubesitz»
  • «Seit mehr als 2 Jah­ren hat es sich bei mir ohne­hin aus­ge­goo­gelt — ich ixqui­cke nur noch.»

Nicht, dass jemand von euch auf fal­sche Ideen kommt: Ich emp­finde Daten­schutz als ein sehr wich­ti­ges Thema für mich per­sön­lich und handle auch nach ver­schie­de­nen Grund­sät­zen. Nur habe ich keine ein­heit­li­che Mei­nung dazu. Es kommt schlicht auf die Art der Daten und auf der ande­ren Seite der Nut­zen an.

Ich nutze zum einen neue und intui­tive Tech­no­lo­gien (siehe Cloud), hin­ge­gen fin­det man von mir bei­spiels­weise eher wenig zum pri­va­ten Umfeld oder Beruf und Arbeit­ge­ber im Netz — schon gar nicht öffent­lich auf einem Face­book oder Google+ Pro­fil hin­ter­legt. Und wie ich es auch mor­gen am Daten­schutz­tag erzäh­len werde, ganz ohne diese Mög­lich­kei­ten möchte man ja dann auch nicht leben… oder was meint ihr?

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5 Kommentare

  1. Tim (25/01/2012) Antworten

    Ich bezahle Google mit mei­nen Daten und bekomme dafür, was ich will und das ist ziem­lich gut.
    Alles kos­tet auf seine Weise. Und das mit der überg­rei­fen­den Nut­zung ist ja eh nichts neues.

  2. Thomas Baumann (25/01/2012) Antworten

    “Jetzt reichts! Google weiss also nun wo ich heute über­all mit mei­nem Handy war, kennt meine gewohn­hei­ten, kann sogar mei­nen Cha­rak­ter herausfinden!”

    Also bei die­sem Spruch musste ich laut lachen ^^
    Das weiß Google schon lange. Android Handy? Wo kommt Android wohl her? :D

    Fakt ist: Ich nutze kein Android. Ich habe es nur mal ange­schaut, aber in einer modi­fi­zier­ten Form. XDA-Developer sei Dank.
    Diverse Google Sub­do­mains sind bei mir via Hosts Datei gesperrt und der Rest liegt in der Zone «Ein­ge­schränkte Sites». Nix mit Coo­kies etc pp.

    Lei­der ist Google als Such­ma­schiene unge­schla­gene Num­mer 1, daher ver­wende ich das auch noch.

  3. IvyImHaus (25/01/2012) Antworten

    Danke, das erzähle ich auch schon den gan­zen Tag. Eigent­lich freue ich mich dar­über, dass all diese Dienste, die ich nutze, end­lich rich­tig zusam­men­pas­sen. Beim Kauf mei­nes Andro­ids vor 2 Jah­ren habe ich da kurz drü­ber nach­ge­dacht, dass Google rein theo­re­tisch jetzt alles weiß. Und es war mir egal. Warum wird also jetzt rum­ge­heult?
    Mir macht der Staat mit sei­ner «Stil­len SMS» Aktio­nen, der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung und die Unwis­sen­heit der Poli­ti­ker zum Thema Inter­net mehr Angst, als Google und Face­book zusam­men.
    Aber gro­ßen Dank an die Medien, die es wie­der ein­mal geschafft haben beide als ganz schlimme Fin­ger dar­zu­stel­len, wäh­rend andere Dinge unterm Tep­pich gekehrt werden.

  4. Aufschnürer (26/01/2012) Antworten

    Ich nutze Google-Dienste nur sehr spar­sam und zur Zeit eigent­lich auch nur die Such­ma­schine (ohne Anmel­dung) sowie die Web­mas­ter­tools. Dass große Kon­zerne mit Quasi-Monopolstellungen auch gerne über die Stränge schla­gen, sollte heut­zu­tage doch nie­man­den mehr über­ra­schen. Man sollte schon wis­sen, auf wen bzw. was man sich bei Face­book, Google & Co. ein­lässt. Und wie heißt es so schön: Kos­ten­lose Dienste im Inter­net sind nie wirk­lich umsonst ;)

  5. mega (29/02/2012) Antworten

    1. Weiss man ja eh nicht, ob die Dienste nicht schon vor­her Daten tauschen.

    2. Ist es ja eher ein Vor­teil, wenn die Google-Dienste sich Daten tei­len. z.B. Ana­lytics, Web­mas­ter­tools, AdWords, AdSense.
    Genauso gilt das in den Gan­zen Sozial-Vernetz-Dingen. Es ist doch echt läs­tig, das man Freunde dem Tele­fon­buch, Lati­tude, g+, Talk,… ein­zeln zufü­gen muss.
    Bes­ser, man könnte ein­fach das anhand der Kreise machen oder irgend­wie bei den Kon­tak­ten jeweils Häk­chen set­zen wer was darf (z.B. Chat, Lati­tude, Im Händy auftauchen)

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