Gastartikel von MindTaxi: Effektives Blocken von Werbung im Internet

22.11.2009 | 4 Kommentare | Jeffrey

Hallo zusammen,

auch ich werde nun mal eine Schicht als Autor in Jeffreys Blog übernehmen. An dieser Stelle möchte ich Jeffrey schon mal für das entgegengebrachte Vertrauen danken und hoffe, dass ihm und natürlich auch dir als Leser mein Artikel gefallen wird.

Mein Name ist Oliver und ich studiere Informatik an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Normalerweise schreibe ich unter dem Namen MindTaxi im gleichnamigen Blog auf mindtaxi.de. Ok, ich muss gestehen, dass es eigentlich gar nicht ausschließlich mein Blog ist, sondern ein Gemeinschaftsprojekt von meiner Freundin Manuela (alias Taxie) und mir.

Meine Artikel befassen sich hauptsächlich mit IT-orientierten Themen wie Computer, Internet und Technik, aber auch im Bereich Pflanzen & Kräuter habe ich ab und zu etwas mitzuteilen. Taxie publiziert dagegen hauptsächlich in den Bereichen Backen & Kochen, sowie Pflanzen & Kräuter oder sie schreibt Buchrezensionen.

Aber nun genug zu meiner Person. Ich denke mal, du konntest dir eine kleine Vorstellung darüber machen, wer jetzt gerade schreibt.

In diesem Gastartikel, möchte ich dir eine wirklich sehr simple Möglichkeit nahebringen, Werbung im Internet effektiv zu blockieren.

Wie du sicherlich weißt, gibt es zahlreiche Plugins für die verschiedensten Browser, mit dessen Hilfe man unerwünschte Werbung aus Webseiten herausfiltern kann. Was viele Menschen nicht wissen: Es geht jedoch auch noch einfacher und zwar ganz ohne den Einsatz von Zusatzsoftware. Der Vorteil der von mir vorgestellten Methode ist, dass nicht nur die Werbung beim Surfen mit dem Browser blockiert wird, sondern die gesamte Werbeauslieferung zu deinem System. Das heißt, dass so auch die Werbung im Emailclient oder im Messagingprogramm keine Chance mehr hat.

Werbung effektiv blocken ohne Zusatzsoftware? Ja, das geht!

In jedem Windowssystem existiert im Ordner c:\windows\system32\driver\etc\ eine Datei namens hosts. Falls du mit dem freien Betriebssystem Linux arbeitest, so ist diese Datei im Verzeichnis /etc/ zu finden. Die Syntax ist analog zur Windowsvariante. Mit Hilfe dieser Datei, kann man einem beliebigen Hostnamen eine "feste" IP zuweisen. Der Name wird zukünftig nicht mehr per DNS aufgelöst.

Zur Erklärung für die Nicht-TI-ler: Wenn man einen Adresse im Browser eingibt, so wird zuerst in der hosts-Datei nachgeschaut, ob die Zieladresse bereits bekannt ist. Falls die Adresse nicht bekannt ist, wird der DNS-Server (Nameserver des Providers) gefragt. Dieser liefert dann die zur Adresse gehörige IP-Adresse zurück und dein Rechner kann Kontakt zum Zielcomputer aufnehmen.

Genau dieses Verhalten kannst du dir nun zunutze machen, indem du die Hostnamen bekannter Werbeserver in die hosts-Datei einträgst und mit der eigenen IP-Adresse 127.0.0.1 verknüpfst. Wenn jetzt eine Anfrage ins Internet geschickt wird, kann die Zieladresse (sofern es sich um eine Werbeanzeige handelt) direkt mit der lokalen hosts-Datei ermittelt werden. Da auf dem heimischen Computer im Normalfall kein Webserver installiert ist, der auf der Adresse 127.0.0.1 auf Anfragen lauscht, sollte die „umgeleitete“ Werbeanfrage ins Leere laufen und der Browser kann die Werbung nicht anzeigen.

Die Auslieferung an den Browser ist hier nur beispielsweise genannt, analog werden natürlich auch Anfragen vom Emailclient oder Messagingprogramm behandelt und entsprechend umgeleitet.

Zusätzlich zum Blockieren von Werbung kannst du dieses Vorgehen auch nutzen um diverse Programme vom "Nach-Hause-Telefonieren" abzuhalten, wie es viele Produkte von Microsoft oder Google gerne machen. ;)

Je nach Anwendungsbeispiel ist jedoch für die gezieltere Anwendungskontrolle eine zusätzliche Installation einer (Desktop-)Firewall nötig. Mit Hilfe dieses Programms kannst du nun noch differenziertere Filterregeln erstellen, z.B.: Der Zugriff auf google.de auf Port 80 (normales Surfen im Internet) soll erlaubt werden, die Verbindung zu google.de auf Port 12345 jedoch nicht.

Diese Art von Filtern sind mit der von mir vorgestellten Methode nicht realisierbar, da bei der hosts-Datei nur der Domainname (also google.de) geprüft wird und nicht der Zielport, das Protokoll oder weitere Details.

Eine Liste mit Adressen bekannter Werbeanbieter, die gesperrt werden können, findest du hier:

http://www.mvps.org/winhelp2002/hosts.txt

Du musst sie nur noch in deine hosts-Datei einfügen.

So, das wars auch schon. Ich hoffe, ich habe dir näher bringen können, dass es für manche Probleme auch ganz einfache Lösungen gibt und nicht immer unbedingt eine teure Zusatzsoftware eingesetzt werden muss.

Dieser Artikel war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was dich in unserem Blog in der Tutorial-Ecke erwartet.

Wir freuen uns auf deinen Besuch…

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  • 4 Kommentare

    1. Ist mal interessant. Diese Methode kannte ich bisher noch gar nicht. Klingt aber logisch, wenn man es mal genauer betrachtet.
      Dankeschön.

    2. @Tobi

      Ich kannte die Methode bis anhin auch nicht. Aber es ist im Grunde wirklich die effektivste Lösung gegen Werbung :)

    3. MindTaxi Antworten

      Simpel aber genial. Also warum mit Kanonen auf Spatzen schießen. ;)

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