Anfang Monat habe ich das NAS (Netzwerkspeicher) Synology DS411+II für einen Testbericht bekommen. Dazu auch schon einen Beitrag mit meinem ersten Eindruck sowie vielen Bildern veröffentlicht. Um es kurz zu machen: Der erste Eindruck hat mich bis auf einige Details sehr überzeugt.
Nun in diesem Beitrag werde ich einige Testresultate (Performance-Tests) veröffentlichen sowie auf eure beiden Fragen bezüglich Geräuschpegel und auch der Verschlüsselung eingehen.
Das Webinterface für die Konfiguration werde ich nur am Rande erwähnen, da ich dies ja bereits schon ausführlich in meinem Beitrag zu der DS211+ und auch der Vorstellung von der DSM 3.0 gemacht habe. Zudem bietet Synology hier komplette Online-Demos an, mit denen man selber testen kann.
Die Geschwindigkeit rund um das Thema Dateitransfer habe ich mit ATTO Disk Benchmark getestet. In meinem Test habe ich RAID 10 verwendet. Verbindet die Vorteile von RAID1 und RAID0. Bessere Schreib– und Lesegeschwindigkeit sowie Sicherheit.
Dabei sieht das wie folgt aus: Beim Lesen zwischen 80 und 100 MB pro Sekunde und beim Schreiben zwischen 100 und 120 MB in der Sekunde. Details im Screenshot weiter unten.
Was die Geschwindigkeit der Weboberfläche angeht, bin ich begeistert. Im Gegensatz zu älteren Modellen geht alles sehr flüssig. Als ob man auf seinem Desktop arbeiten würde.
Nun wie erwähnt gleich im Anschluss noch meine Meinung bzw. Antworten zu den von euch gestellten Fragen. Weitere Frage nehme ich natürlich gerne über die Kommentare entgegen.
Ich bin auf deine Aussage betreffend Geräuschpegel gespannt. Die 211+ ist ja wirklich extrem leise und eigentlich unhörbar, wenn die 4er das auch bringt wär ich überzeugt. Wobei ich denke dass sie lauter sein wird…
Im Vergleich zu anderen Synology-Geräten macht die DS411+II doch ordentlich Lärm. Beispielsweise im Vergleich zu meinem Home-Computer ist sie lauter. In meinem Fall sind aktuell aber auch alle 4 Festplatten eingebaut. Zudem sind 7200rpm-Platten eingebaut. Kurz: Gut hörbar und sollte daher in einem separaten Raum stehen, in dem man nicht arbeitet oder sich dauernd aufhält.
Könntest du erklären, wie die Verschlüsselung praktisch funktioniert? Wie bewertest du den Nutzen der Verschlüsselung? Gibt es Vor– oder Nachtteile gegenüber der gewohnten Verschlüsselung via TrueCrypt?
Von den Sicherheitsstandards her verwendet Synology ein sehr aktuelles Verschlüsselungsprinzip, AES 256Bit. Für die Verschlüsselung und Entschlüsselung wird bei neueren Modellen — laut Wiki — ein separater CPU-Teil bzw. Chip verwendet um die CPU-Leistung anderer Aufgaben nicht zu beeinträchtigen.
Ein Vorteil gegenüber der Verschlüsselung mit Desktoptools wie TrueCrypt: Das Ganze passiert zentral auf dem NAS. Man benötigt auf dem Endgerät also keine zusätzlichen Programme. Zudem ist die Multiuserfähigkeit gewährleistet, da die verschlüsselten Ordner nur nach jedem Start der DiskStation neu gemountet werden müssen.
Wenn man jedoch oft und viel grosse Datenmengen verschlüsseln muss und kein Multiuserfähigkeit benötigt, fährt man mit einem Desktop-Tool jedoch mit unter besser, wenn man einen leistungsstarken Prozessor im Computer eingebaut hat.
Alles in allem bietet die Synology DS411+II also jede Menge Funktionen mit einer sehr guten Geschwindigkeit. Wie von anderen Synology-Geräten gewohnt. Einmal konfigurieren und dann läuft das Ding. Preislich doch relativ teuer.
Da ich es jedoch eher als Business-Gerät bzw. für Poweruser kategorisieren würde ganz OK, da die DS411+II neben reinem Dateiaustausch noch sehr viele andere Möglichkeiten und Serverdienste bietet.
Fragen, Unklarheiten oder Anregungen? Was meint ihr zu der Synology DS411+II? Würdet ihr sie eventuell kaufen? Setzt ihr auf Netzwerkspeicher? Was für Funktionen sind euch wichtig?

Danke zur Beantwortung meiner Frage, das hatte ich befürchtet :-(
Ich würde jetzt mal behaupten, dass das bei allen NAS ab 4 Festplatten so der Fall ist. Ausser es gibt solche mit reiner Passivkühlung. Habe ich jedoch noch nie gesehen.
Hallo Jeffrey
herzlichen Dank für deinen Bericht. Spannend, was du hier schreibst. Was mich bei all den «mini»-NAS-Systemen noch skeptisch macht ist der Gedanke, dass dabei ein Software-RAID im Spiel ist.
Wichtig für mich wäre z.B. wie verhält sich das System beim Ausfall einer Platte, dem Rebuild usw.? Wie heikel ist das Gerät z.B. bei Stromausfall? Werden die Schreibvorgänge gecached?
Kurz: Wie sicher ist das System im Vergleich zum Hardware-RAID-System?
IMHO: nichts ist gefährlicher als sich in Sicherheit zu glauben! Du siehst, ich bin da noch ziemlich skeptisch. Dies aus dem Grund, dass ich um die Schwierigkeit eines sauberen Rebuilds bei Software-RAID’s weiss. Die schlimmste (eigene) Erfahrung musste ich mit meiner M$-Kiste machen: 1TB RAID-1 als Archivsystem, kurzfristiger Ausfall einer der Platten (keine Meldung im System), beim nächsten Bootvorgang: chkdsk wird ausgeführt und es zerschiesst meine Daten auf nimmer Wiedersehen! (Mein 1. Fehler: dem System vertraut; mein 2. Fehler: Windows unbeaufsichtigt starten lassen ohne chkdsk vor dem Start abzubrechen; Fazit: Jetzt wird ein Linux File-Server mit Hardware-RAID-6 und HS gebaut + die Daten auf Band gesichert)
Greetings Simon
PS. Spannend wäre auch zu wissen was die Performance im RAID-5 hergibt? Wie schnell sind die eingebauten Platten selbst eigentlich?
Da gebe ich dir Recht, das Thema Sicherheit ist hier sehr wichtig. Vor allem im Bereich KMU und Ähnliches.
Wie das Synology bei Ihren NAS bezüglich Caching bzw. RAID-Schutz genau macht, muss ich zuerst recherchieren. Kann ich dir nicht aus dem Kopf sagen.
Was aber fest steht: Bei professionellem Gebrauch empfiehlt sich der Kauf einer USV. Kleinere Varianten bekommt man ja bereits schon für wenig Geld und im RAID-Bereich lohnt sich das bestimmt.
Zudem gehört ein aktuelles und automatisiertes Backup dazu. Ob RAID oder nicht RAID ist egal.
Werde schauen, dass ich dir noch die Leistungsdaten mit RAID 5 zukommen lassen kann. Dauert aber einige Tage.
Ich habe nun auch noch einen Performance-Test zusammen mit einem RAID-5 Verbund aller Festplatten gemacht. Die Resultate sind praktisch gleich wie die beim RAID10. Lesen mit 80–100 MB/s und Schreiben bei um die 100–120 MB/s.
Habe den Screenshot mit dem Performance-Test in der oben eingebundenen Picasa Gallery hinzugefügt.
Kannst du eine Aussage machen wie sich die Verschlüsselung (AES-256) auf die Transferraten niederschlägt?
Ein Performance-Test mit einem verschlüsselten Ordner kommt ebenfalls noch dieses Wochenende. Bin selber gespannt wie sich das auswirkt.
Habe nun noch einen Performance-Test mit einem verschlüsselten Ordner gemacht. Wieder mit RAID 10, nur mit AES 256Bit verschlüsselt.
Die Lesegeschwindigkeit liegt bei rund 70–80 MB/s, die Schreibgeschwindigkeit kommt noch auf 20 MB/s. Man merkt jedoch, dass ein separater Chip dazu eingesetzt wird, da die im Ressourcen-Manager angezeigte CPU-Auslastung nicht belastet wird. Aber hätte mir hier jetzt etwas mehr erwartet.
Danke für deine Tests!
In der aktuellen ct (7/2011) werden fünf NAS-Systeme mit Verschlüsselung getestet, dabei liefert die DS411+II mit AES256 / 3 Platten im RADI5 bei großen Dateien 18,2 MB/s beim Schreiben und 24,2 MB/s beim Lesen. Bei kleinen Dateien sind es 14–17 MB/s beim Schreiben und 16-22MB/s beim Lesen).
Auf Grund eines Berichtes über die Western Digital RE4-GP
In einem Synology NAS habe ich eine Frage:
Laut meiner Recherchen zum Thema Raid Edition Platten oder Standardplatten kam ich zu.
der Frage wie sich ein Raid in der die Synology verhält
Software Raid.
- Beim Hardware-Raid ist der Controller so inteligent die auftrettenden Plattenfehler selbst zu beheben/verwalten.
Dann ist eine Raid-Edition Platte die bessere Wahl. Die Platten versuchen den Fehler dann nur bis zu 7 Sekunden zu beheben.
Sollte der Fehler länger Brauchen bricht die Platte ab und der Controller behebt es «wenn das Raid nichts zu tun hat»
Desktopplatten können das nicht und brauchen teilweise mehrere Minuten bis Fehler behoben wurden.
Ein Hardware Raidcontroller würde so eine Platte nach 7–15 Sekunden als defekt aus dem Raid schmeißen.
- Beim Software-Raid sollte man wohl Standardplatten nehmen da diese eine umfassendere Fehlerkorrektur haben,
und es ja keinen intelligenten Controller gibt.
Also WD mit RE-4 oder die günstigeren ohne Raid-edition.
Die Zertifizierung für 24/7 Betrieb ist schön, Aber eine Synology lässt die Platten ja normalerweise auch mal ruhen.