Synology DS411+II Testbericht: Resultate und Antworten

17.07.2011 | 10 Kommentare | Jeffrey

Anfang Monat habe ich das NAS (Netz­werk­spei­cher) Syn­o­logy DS411+II für einen Test­be­richt bekom­men. Dazu auch schon einen Bei­trag mit mei­nem ers­ten Ein­druck sowie vie­len Bil­dern ver­öf­fent­licht. Um es kurz zu machen: Der erste Ein­druck hat mich bis auf einige Details sehr überzeugt.

Nun in die­sem Bei­trag werde ich einige Test­re­sul­tate (Performance-Tests) ver­öf­fent­li­chen sowie auf eure bei­den Fra­gen bezüg­lich Geräusch­pe­gel und auch der Ver­schlüs­se­lung eingehen.

Das Web­in­ter­face für die Kon­fi­gu­ra­tion werde ich nur am Rande erwäh­nen, da ich dies ja bereits schon aus­führ­lich in mei­nem Bei­trag zu der DS211+ und auch der Vor­stel­lung von der DSM 3.0 gemacht habe. Zudem bie­tet Syn­o­logy hier kom­plette Online-Demos an, mit denen man sel­ber tes­ten kann.

Die Geschwin­dig­keit rund um das Thema Datei­t­rans­fer habe ich mit ATTO Disk Bench­mark getes­tet. In mei­nem Test habe ich RAID 10 ver­wen­det. Ver­bin­det die Vor­teile von RAID1 und RAID0. Bes­sere Schreib– und Lese­ge­schwin­dig­keit sowie Sicherheit.

Dabei sieht das wie folgt aus: Beim Lesen zwi­schen 80 und 100 MB pro Sekunde und beim Schrei­ben zwi­schen 100 und 120 MB in der Sekunde. Details im Screen­shot wei­ter unten.

Was die Geschwin­dig­keit der Webober­flä­che angeht, bin ich begeis­tert. Im Gegen­satz zu älte­ren Model­len geht alles sehr flüs­sig. Als ob man auf sei­nem Desk­top arbei­ten würde.

Nun wie erwähnt gleich im Anschluss noch meine Mei­nung bzw. Ant­wor­ten zu den von euch gestell­ten Fra­gen. Wei­tere Frage nehme ich natür­lich gerne über die Kom­men­tare entgegen.

Ich bin auf deine Aus­sage betref­fend Geräusch­pe­gel gespannt. Die 211+ ist ja wirk­lich extrem leise und eigent­lich unhör­bar, wenn die 4er das auch bringt wär ich über­zeugt. Wobei ich denke dass sie lau­ter sein wird…

Im Ver­gleich zu ande­ren Synology-Geräten macht die DS411+II doch ordent­lich Lärm. Bei­spiels­weise im Ver­gleich zu mei­nem Home-Computer ist sie lau­ter. In mei­nem Fall sind aktu­ell aber auch alle 4 Fest­plat­ten ein­ge­baut. Zudem sind 7200rpm-Platten ein­ge­baut. Kurz: Gut hör­bar und sollte daher in einem sepa­ra­ten Raum ste­hen, in dem man nicht arbei­tet oder sich dau­ernd aufhält.

Könn­test du erklä­ren, wie die Ver­schlüs­se­lung prak­tisch funk­tio­niert? Wie bewer­test du den Nut­zen der Ver­schlüs­se­lung? Gibt es Vor– oder Nacht­teile gegen­über der gewohn­ten Ver­schlüs­se­lung via TrueCrypt?

Von den Sicher­heits­stan­dards her ver­wen­det Syn­o­logy ein sehr aktu­el­les Ver­schlüs­se­lungs­prin­zip, AES 256Bit. Für die Ver­schlüs­se­lung und Ent­schlüs­se­lung wird bei neue­ren Model­len — laut Wiki — ein sepa­ra­ter CPU-Teil bzw. Chip ver­wen­det um die CPU-Leistung ande­rer Auf­ga­ben nicht zu beeinträchtigen.

Ein Vor­teil gegen­über der Ver­schlüs­se­lung mit Desk­t­op­tools wie Tru­e­Crypt: Das Ganze pas­siert zen­tral auf dem NAS. Man benö­tigt auf dem End­ge­rät also keine zusätz­li­chen Pro­gramme. Zudem ist die Mul­ti­user­fä­hig­keit gewähr­leis­tet, da die ver­schlüs­sel­ten Ord­ner nur nach jedem Start der DiskSta­tion neu gemoun­tet wer­den müssen.

Wenn man jedoch oft und viel grosse Daten­men­gen ver­schlüs­seln muss und kein Mul­ti­user­fä­hig­keit benö­tigt, fährt man mit einem Desktop-Tool jedoch mit unter bes­ser, wenn man einen leis­tungs­star­ken Pro­zes­sor im Com­pu­ter ein­ge­baut hat.

Alles in allem bie­tet die Syn­o­logy DS411+II also jede Menge Funk­tio­nen mit einer sehr guten Geschwin­dig­keit. Wie von ande­ren Synology-Geräten gewohnt. Ein­mal kon­fi­gu­rie­ren und dann läuft das Ding. Preis­lich doch rela­tiv teuer.

Da ich es jedoch eher als Business-Gerät bzw. für Powe­r­u­ser kate­go­ri­sie­ren würde ganz OK, da die DS411+II neben rei­nem Datei­aus­tausch noch sehr viele andere Mög­lich­kei­ten und Ser­ver­dienste bietet.

Fra­gen, Unklar­hei­ten oder Anre­gun­gen? Was meint ihr zu der Syn­o­logy DS411+II? Wür­det ihr sie even­tu­ell kau­fen? Setzt ihr auf Netz­werk­spei­cher? Was für Funk­tio­nen sind euch wichtig?

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10 Kommentare

  1. hans (17/07/2011) Antworten

    Danke zur Beant­wor­tung mei­ner Frage, das hatte ich befürchtet :-(

    • Jeffrey (17/07/2011)

      Ich würde jetzt mal behaup­ten, dass das bei allen NAS ab 4 Fest­plat­ten so der Fall ist. Aus­ser es gibt sol­che mit rei­ner Pas­siv­küh­lung. Habe ich jedoch noch nie gesehen.

  2. Simon (17/07/2011) Antworten

    Hallo Jef­frey

    herz­li­chen Dank für dei­nen Bericht. Span­nend, was du hier schreibst. Was mich bei all den «mini»-NAS-Systemen noch skep­tisch macht ist der Gedanke, dass dabei ein Software-RAID im Spiel ist.
    Wich­tig für mich wäre z.B. wie ver­hält sich das Sys­tem beim Aus­fall einer Platte, dem Rebuild usw.? Wie hei­kel ist das Gerät z.B. bei Strom­aus­fall? Wer­den die Schreib­vor­gänge geca­ched?
    Kurz: Wie sicher ist das Sys­tem im Ver­gleich zum Hardware-RAID-System?
    IMHO: nichts ist gefähr­li­cher als sich in Sicher­heit zu glau­ben! Du siehst, ich bin da noch ziem­lich skep­tisch. Dies aus dem Grund, dass ich um die Schwie­rig­keit eines sau­be­ren Rebuilds bei Software-RAID’s weiss. Die schlimmste (eigene) Erfah­rung musste ich mit mei­ner M$-Kiste machen: 1TB RAID-1 als Archiv­sys­tem, kurz­fris­ti­ger Aus­fall einer der Plat­ten (keine Mel­dung im Sys­tem), beim nächs­ten Boot­vor­gang: chkdsk wird aus­ge­führt und es zer­schiesst meine Daten auf nim­mer Wie­der­se­hen! (Mein 1. Feh­ler: dem Sys­tem ver­traut; mein 2. Feh­ler: Win­dows unbe­auf­sich­tigt star­ten las­sen ohne chkdsk vor dem Start abzu­bre­chen; Fazit: Jetzt wird ein Linux File-Server mit Hardware-RAID-6 und HS gebaut + die Daten auf Band gesichert)

    Gree­tings Simon

    PS. Span­nend wäre auch zu wis­sen was die Per­for­mance im RAID-5 her­gibt? Wie schnell sind die ein­ge­bau­ten Plat­ten selbst eigentlich?

    • Jeffrey (18/07/2011)

      Da gebe ich dir Recht, das Thema Sicher­heit ist hier sehr wich­tig. Vor allem im Bereich KMU und Ähnliches.

      Wie das Syn­o­logy bei Ihren NAS bezüg­lich Caching bzw. RAID-Schutz genau macht, muss ich zuerst recher­chie­ren. Kann ich dir nicht aus dem Kopf sagen.

      Was aber fest steht: Bei pro­fes­sio­nel­lem Gebrauch emp­fiehlt sich der Kauf einer USV. Klei­nere Vari­an­ten bekommt man ja bereits schon für wenig Geld und im RAID-Bereich lohnt sich das bestimmt.

      Zudem gehört ein aktu­el­les und auto­ma­ti­sier­tes Backup dazu. Ob RAID oder nicht RAID ist egal.

      Werde schauen, dass ich dir noch die Leis­tungs­da­ten mit RAID 5 zukom­men las­sen kann. Dau­ert aber einige Tage.

    • Jeffrey (31/07/2011)

      Ich habe nun auch noch einen Performance-Test zusam­men mit einem RAID-5 Ver­bund aller Fest­plat­ten gemacht. Die Resul­tate sind prak­tisch gleich wie die beim RAID10. Lesen mit 80–100 MB/s und Schrei­ben bei um die 100–120 MB/s.

      Habe den Screen­shot mit dem Performance-Test in der oben ein­ge­bun­de­nen Picasa Gal­lery hinzugefügt.

  3. Thomas (26/07/2011) Antworten

    Kannst du eine Aus­sage machen wie sich die Ver­schlüs­se­lung (AES-256) auf die Trans­fer­ra­ten niederschlägt?

    • Jeffrey (29/07/2011)

      Ein Performance-Test mit einem ver­schlüs­sel­ten Ord­ner kommt eben­falls noch die­ses Wochen­ende. Bin sel­ber gespannt wie sich das auswirkt.

    • Jeffrey (31/07/2011)

      Habe nun noch einen Performance-Test mit einem ver­schlüs­sel­ten Ord­ner gemacht. Wie­der mit RAID 10, nur mit AES 256Bit verschlüsselt.

      Die Lese­ge­schwin­dig­keit liegt bei rund 70–80 MB/s, die Schreib­ge­schwin­dig­keit kommt noch auf 20 MB/s. Man merkt jedoch, dass ein sepa­ra­ter Chip dazu ein­ge­setzt wird, da die im Ressourcen-Manager ange­zeigte CPU-Auslastung nicht belas­tet wird. Aber hätte mir hier jetzt etwas mehr erwartet.

  4. Thomas (31/07/2011) Antworten

    Danke für deine Tests!

    In der aktu­el­len ct (7/2011) wer­den fünf NAS-Systeme mit Ver­schlüs­se­lung getes­tet, dabei lie­fert die DS411+II mit AES256 / 3 Plat­ten im RADI5 bei gro­ßen Dateien 18,2 MB/s beim Schrei­ben und 24,2 MB/s beim Lesen. Bei klei­nen Dateien sind es 14–17 MB/s beim Schrei­ben und 16-22MB/s beim Lesen).

  5. Frank Ramrath (10/01/2012) Antworten

    Auf Grund eines Berich­tes über die Wes­tern Digi­tal RE4-GP
    In einem Syn­o­logy NAS habe ich eine Frage:

    Laut mei­ner Recher­chen zum Thema Raid Edi­tion Plat­ten oder Stan­dard­plat­ten kam ich zu.

    der Frage wie sich ein Raid in der die Syn­o­logy verhält

    Soft­ware Raid.

    - Beim Hardware-Raid ist der Con­trol­ler so inte­li­gent die auf­tret­ten­den Plat­ten­feh­ler selbst zu beheben/verwalten.
    Dann ist eine Raid-Edition Platte die bes­sere Wahl. Die Plat­ten ver­su­chen den Feh­ler dann nur bis zu 7 Sekun­den zu behe­ben.
    Sollte der Feh­ler län­ger Brau­chen bricht die Platte ab und der Con­trol­ler behebt es «wenn das Raid nichts zu tun hat»

    Desk­topplat­ten kön­nen das nicht und brau­chen teil­weise meh­rere Minu­ten bis Feh­ler beho­ben wur­den.
    Ein Hard­ware Raid­con­trol­ler würde so eine Platte nach 7–15 Sekun­den als defekt aus dem Raid schmeißen.

    - Beim Software-Raid sollte man wohl Stan­dard­plat­ten neh­men da diese eine umfas­sen­dere Feh­ler­kor­rek­tur haben,
    und es ja kei­nen intel­li­gen­ten Con­trol­ler gibt.

    Also WD mit RE-4 oder die güns­ti­ge­ren ohne Raid-edition.

    Die Zer­ti­fi­zie­rung für 24/7 Betrieb ist schön, Aber eine Syn­o­logy lässt die Plat­ten ja nor­ma­ler­weise auch mal ruhen.

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