Einen Beitrag in dieser Art hatte ich schon länger im Kopf und nun bin ich dazu gekommen ihn zu schreiben. Es geht darum, dass ich der Meinung bin, dass es in vielen, vor allem grösseren Unternehmen an passender Software auf dem Computer fehlt. Ein Thema, was auch Dirk schon aufgegriffen hat.
Durch diverse Einschränkungen ist es den Benutzern nicht möglich die Software zu verwenden, mit der sie vertraut sind und effizient damit arbeiten können. Es wird vorgeschrieben was zu benutzen ist. Als normaler Benutzer merkt man das vielleicht nur bedingt, da man mit der Standardsoftware gut zurecht kommt.
Arbeitet man jedoch im IT-Bereich merkt man das recht schnell, da man beispielsweise nicht die Troubleshooting Tools nutzen kann, die man bereits kennt und für das entsprechende Problem als hilfreich einstuft. So gehen schnell einige Stunden verloren in denen man das Ganze über Umwege machen muss. Es gibt noch eine ganze Menge anderer Kategorien von Software bei denen das oft der Fall ist. Editoren und Screenshot-Tools zwei Beispiele daraus. Aber nicht nur die Softwareauswahl, sondern auch die Einstellungen des Proxy-Servers sind nicht immer ganz so hilfreich.
Durch mehr Freiheit bei der Auswahl der Software kann ein IT-Administrator und teilweise auch der Endbenutzer viel effizienter arbeiten. Zumindest jedoch sollten die Benutzer bei der Auswahl einer Software mit einbezogen werden und Vorschläge bringen können. Für ITler wären separate Troubleshooting-Maschinen (kann ja virtuell sein) beispielsweise eine Idee.
Ganz klar: Es ist nicht in allen Bereichen und mit jeder Software – beispielsweise aus Sicherheitsgründen – möglich, aber oft gibt es da echt noch Optimierungspotential. Meine Meinung.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen bei euch in der Firma gemacht? Was habt ihr für Lösungen gefunden? Seit ihr an dieser Stelle ganz anderer Meinung?

Ich gebe Dir Recht, dass mit manchen Tools die Arbeit «gefühlt» ineffizienter ist. Aber, ich bin Profi und kann meine Arbeitsleistung auch mit nicht ganz so optimalen Werkzeugen erbringen.
Dazu ist es aber wichtig, das Wissen so parat zu haben, dass es unabhängig vom eingesetzten Werkzeug ist.
Nur mal ein Beispiel: Man kann auch sehr gut an Unix-Systemen arbeiten, wenn man keine Tastatur mit Cursortasten zur Verfügung hat.
Bei mir in der Firma ist es garnicht möglich, die User so einzuschränken, da z.B. der Kunde eine bestimmte Software wünscht, die User auf unterschiedlichste Programme angewiesen sind etc. Die Computer werden deshalb mit einer Standard-Installation bestückt, die der Benutzer dann selber erweitern kann (Benutzer haben lokale Admin-Rechte). Bei der Einführung eines neuen Kollegen wird er allerdings darüber aufgeklärt, was für Rechte und Pflichten er hat: OpenSource darf immer installiert werden, bei Freeware etc sollten die User sich entweder selber schlau machen oder es von der IT absegnen lassen.
Im Moment habe ich auch alle Freiheiten der IT. Bis auf meine Ausbildungsfirma gab es auch zum Glück keine Einschränkungen bei der Software. Und selbst da war die IT-Abteilung die Ausnahme, dass alles erlaubt war. Nur der restliche Betrieb war mehr oder weniger einschränkt.
Wieder mein «Lieblingsthema»:
Absolute Einschränkung, so dass selbst Sicherheitsupdates (ja, auch der IE6 ist noch vorhanden) nicht mehr möglich sind. Und da verstehe ich den Sinn nicht dahinter!
Ich kann deine Sicht verstehen, jedoch kann ich aus der Sicht eines «Entscheiders» sprechen, warum genau so was wie du schreibst, bei einer grossen Firma eher schwierig bis unmöglich zu realisieren ist.
Und dabei geht es aber nicht um IT-Admins, denn diese haben z.B. bei uns genau solche virtuellen Troubleshooting-PCs und auch User werden in der Regel bei der Entscheidung von neuer Individual-Software einbezogen. Ein IT-ler kann nicht wissen, welche Software für den Fachmitarbeiter gut ist oder nicht.
Im Prinzip geht alles auf Standardisierung hinaus, welcher deine genannten Nachteile bietet, aber dafür aus Unternehmersicht viel mehr Vorteile und der Firma hilft zumindest in der IT wirtschaftlich zu agieren. Was eh schon ein Widerspruch ist, da die IT bekanntermassen ja nur kostet ;-)
Ich machs mir drum jetzt einfach…
http://www.google.de/search?q=vorteile+standardisierung
Kleines Beispiel: Was ist einfacher bzw. gesamthaft gesehen weniger aufwändig? Dass ein Mitarbeiter sich der verfügbaren Software anpasst oder dass jeder Mitarbeiter die Software erhält welche er mag und kennt?
Und weitergedacht: Was passiert wenn dieser Mitarbeiter die Firma verlässt und der neue wieder andere Software will?
Und noch ein Schritt weiter: Wie aufwändig ist das bei einer jährlichen Mitarbeiter-Fluktuation von 10% bei einer grossen Firma?
Hier noch eine weitere, eher hypothetische Frage: In welcher grossen Firma (ca. 1000 PCs) ist es eher möglich die Applikationslandschaft einigermassen up-to-date zu halten (was immer wichtiger wird)?
a) In einer welche persönliche Wünsche erfüllt und insgesamt 750 verschiedene Applikationen im Umlauf sind
b) Eine, welche ein einigermassen straffes Sortiment von 250 führt?
Deine Argumentation kann ich auf jeden Fall nachvollziehen und unterstütze ich sogar auch.
Was ist wohl sinnvoller als Standardsoftware (nennen wir mal MS Office), damit die Firma sogar Kurse geben kann? Und auch das Aktualisieren ist da einfacher, stimmt!
Aber eine derartige Beschneidung, dass nichtmals Updates möglich sind bzw. sogar deaktiviert worden sind, wirst du sicher nicht befürworten oder?
Updates sollten im Idealfall auch von der zuständigen IT-Abteilung möglichst zentral und koordiniert durchgeführt werden. Es sollte nicht Aufgabe des Mitarbeiters sein, sich um aktuelle Patch-Stände zu kümmern. Für so was ist man in den meisten Fällen nicht eingestellt und erwartet einfach einen funktionstüchtigen PC. Und ausser interessierten IT-Admins tut sich das niemand freiwillig an.
Dein Beispiel mit IE 6.0 hat bei vielen Firmen damit zu tun, dass es enorm aufwändig ist, vorab zu testen ob alles noch funktioniert. Viele Web-Applikationen wurden leider auf IE 6.0 optimiert. Oder man riskiert einfach den Update was aber zu bösen Produktions-Ausfällen und Stress sorgen kann. Darum kann ich nachvollziehen, wieso die Update-Funktion in diesem Fall blockiert ist.
Auf jeden Fall eine tickende Zeitbombe, wobei es solche Beispiele zur Genüge gibt, da es einfach extrem zeitaufwändig für eine IT-Abteilung ist und man meistens andere, dringlichere Sorgen hat.
Das 90er IT-Motto «Never touch a running system» hat leider heute immer noch seine Gültigkeit.
Genau — vorallem die unglaublich, ich muss das jetzt so sagen, inkompetenten IT Menschen, die immer noch den Internet Explorer 6 in der Firma laufen lassen. Und da nützt auch die dümmste Ausrede von wegen «Es hat noch Software die nur damit läuft blabla» nichts der Browser ist 10 Jahre alt, Herrgott! Da wird echt gepennt.
Man hatte 10 Jahre Zeit die «nur für den IE6» optimierten Apps zu ersetzen — gemacht wurde da gar nichts oder viel zu wenig. Von den hunderten Sicherheitslücken die da in dieser alten Version mitgeschleppt werden redet freilich keiner — man arbeitet ja nur im Bankensektor — da wird Sicherheit ja völlig überbewertet.
In Sache Updatepolitik gibt es also noch einiges nachzuholen — vorallem bei einigen Grosskonzernen. Das es einfach und zentral geht zeigen die diversen Package Manager die man über das ActiveDirectory verteilen kann als auch z.B. die kostenlose WSUS Software von Microsoft.
Anderseit ob da der Weg den die Kollegen Google und Mozilla mit «alle paar Wochen gibt es einen neue Version» der richtige ist wage ich stark zu bezweifeln. Da verstehe ich dann jeden IT Admin der lieber den Internet Explorer bei den Usern einsetzt wo sichergestellt ist dass der ein paar Jahre hält. Geschweige dass man die Alternativen Browsern nur mit extremen Bastlereien oder gar nicht in eine kontrollierte Update-Routine reinbringt.
Dein Kommentar zeigt deutlich, dass Du relativ wenig von sehr grossen IT-Umgebungen weisst.
ah ja — und Du kennst sie natürlich alle was?
Nein, gar nicht, aber ich arbeite in einer Gross-IT und weiss, dass das was Du darstellst nicht so einfach ist.
Der Browser ist ein integraler Bestandteil des Microsoft-Betriebssystems, alleine bei uns im Haus müssen einige tausend Anwendungen, die auf die eine oder andere Art den Browser verwenden, getestet werden, wenn er aktualisiert werden soll.
In einigen Fällen von schlechter Software muss diese sogar neu geschrieben werden, um mit dem neuen Browser zusammenzuarbeiten.
Beides zusammen kostet Zeit und Geld.
Ah ja — eh ich es vergesse: Ich bin für ein Ablaufdatum in jedem Browser. Nach 3 Jahren kommt eine Meldung bei jedem Starten die man nicht wegklicken kann sondern 20 Sekunden lang warten muss ehe man was machen kann. Wenn das Ding 5 Jahre alt ist kann man den Browser nicht mehr starten.
Benutzer mit lokalen Adminrechten finde ich eine Katastrophe. Das gab es eine Zeit lang und es hat zu interessanten Ergebnissen geführt. So viele lustige Search Bars hatte ich im Leben noch nicht gesehen.
Mit etwas Überlegen kann man jedem Admin die Arbeit etwas erleichtern. Bei uns kann man sich beispielsweise aus dem LAN an der Firewall anmelden und der entsprechende Rechner kriegt dann eine Zeit lang Zugriff auf das Internet, bis man sich abmeldet oder der Zugriff austimet. Sehr, sehr praktisch um mal eben auf einem Applikationsserver ein Paket nachzuinstallieren.
WSUS ist für Unternehmen nicht so kostenlos, wie man immer annehmen mag. Windows– und Office-Updates kriegt man damit verteilt, doch man hat ja auch was anderes, was an die User ausgeliefert werden möchte. Flash, Java, Spezialanwendungen. Das machen wir über OPSI. Auf der *nix-Seit bin ich sehr froh, dass man mit einer Shell und den Standardwerkzeugen schon weit kommen kann.
Wichtig ist hier, dass die IT ihren Leistungskatalog regelmäßig überprüft und an die Anforderungen der (internen) Kunden anpasst. Schon okay, wenn ich heute mein Smartphone nicht synchronisiert kriege — in ein paar Monaten sollte sich da aber jemand was für überlegt haben.
Das Update des Webbrowser kann in der Tat einen Rattenschwanz an Folgeaktualisierungen nach sich ziehen. Unser Abrechnungssystem lief beispielsweise nur mit IE6 — es musste erst ein Update der Serversoftware her, damit das ganze im Java-Client browserunabhängig ablief. Wobei man jetzt den gleichen Ärger mit Java-Versionen hat, aber das ist ein anderes Thema.
Oder wie ist es mit einem CMS, dass in der teuer gekauften Version nur mit IE6 gestartet werden kann? Trägt die IT die Kosten für das Update? Die wollen ja schließlich auch neue Browser ausrollen.
Mit Excel-Makros und Access-Datenbanken fangen wir am besten garned erst an. ;)
@Michael: Ich weiß jetzt nicht, ob sich der Kommentar zu lokalen Adminkonten auf mich bezog. Wir sind ein IT-Unternehmen mit Softwareentwicklung, Body Leasing und Betreuung von Kunden-Systemen. Deshalb benötigt fast jeder ein individuelles System, wobei es natürlich eine Software-Schnittmenge gibt, die bei jedem vorhanden ist.
Die Firma fährt diese Strategie seit 25 Jahren und das in der Regel problemlos. Unsere ITler wissen, was sie auf ihrem Rechner machen. Die Personen aus der Buchhaltung und anderen «nicht-IT-Bereichen» haben bei uns gar nicht das Bedürfnis, «zu experimentieren».
Ich bin aber froh, dass wenigstens heute daran gedacht wird, alles nach Standards zu programmieren, damit die Software schon bis auf weiteres läuft. Vor allem, dass die Standards, die natürlich auch mal aktualisiert werden, abwärtskompatibel sind.
@Patrick
Ich finde es gut, dass das in einem Unternehmen auch klappen kann — wir sind kein besonders technikaffines Unternehmen und haben auch mehr «Spielkinder» unter den Usern.
Man sollte auch das Problem der Lizenzüberwachung nicht unterschätzen. Viele Anwender nutzen privat kostenlose Tools. Einige dieser Tools benötigen für den komerziellen Einsatz jedoch auch eine kostenpflichtige Lizenz. Handelt es sich dabei noch um portable Software, hat man als Admin schlechte Karten bei der Softwareinventarisierung.
Ich kann eure Meinungen sehr gut verstehen. Bin auch der Meinung, dass man das Ganze jeweils einzeln pro Firma und Arbeitsbereich unterscheiden muss. Ich denke aber, dass man hier in vielen Firmen noch einiges Potential zum Optimieren hat.
Nicht nur auf die von mir im Beitrag angesprochene Seite, sondern auch in Richtung «weniger Freiheit». Denn, wenn normale Benutzer (keine Admins) beispielsweise Admin-Rechte auf ihrem Computer bekommen endet es nur selten gut. Das Beispiel mit den Toolbars und ähnlichem wurde ja schon erwähnt. Da ist halt häufig das Problem, dass dem Benutzer das nötige Wissen fehlt und nicht, dass er absichtlich etwas kaputt machen möchte.
Über das Thema Admin-Rechte im Speziellen habe ich aber ja auch schon geschrieben: http://infoblog.li/windows-ohne-administratoren-rechte-benut.….zen/
Ich war mal ein halbes Jahr in einer IT-Abteilung eines großen öffentlichen «Unternehmens», das mehrere Tausend Nutzer unter sich beherbergt. Wir haben das so gemacht, dass die einzelnen Abteilungen entsprechend ihrer Funktion und mit deren Absprache die gewünschte Software, sofern diese den Sicherheitsstandards entsprach und eine Freigabe hatte, bekamen. Updates und Patches wurden zentral verteilt und natürlich vorher auf extra Rechnern abgeglichen und getestet, die denen entsprachen die in den Abteilungen standen. Auf Kompatibilität mit bisher eingesetzter Software wird dabei größten Wert gelegt. Aktualisierung der Hardware folgt dem gleichen Prinzip Abteilungsweise.
Leider wurde ein großer Teil der IT-Landschaft aus dem «Unternehmen» ausgegliedert, was bisher nicht wirklich Vorteile brachte. Aber das liegt immer in der Entscheidung anderer Instanzen.
Auf meinen neuen Arbeitgeber bin ich bereits gespannt wie das dort gehandhabt wird.
Ich habe zum Glück die Wahlfreiheit auf Arbeit.…
Es ist schon bei Firefox und Thunderbird erstaunlich, wie viel effektiver man damit gegenüber den MS-Alternativen (IE und Outlook/Express) «arbeitet».
Fängt mit der Unbrauchbaren Passwort und Formularspeicherung oder Adresshistory des IE an…
’Arbeiten» ist eigentlich der falsche Begriff, «Kampf» passt da besser beim Looser-Browser.